Geschichte des Amtes Lindau
Das Amt Lindau umfaßte das Gebiet der alten Grafschaft Lindau, welche aus dem Besitz der Herren von Arnstein im Jahre 1524 endgültig an die Askanier überging, an die es schon seit 1370 verpfändet war.
Es kam zunächst unter die Herrschaft der Dessauer Fürsten, von denen es bei der Teilung von 1544 dem Fürsten Johann zufiel.
Nach seinem Tode 1551 ist das Amt nacheinander seinen Söhnen Karl, Bernhard und Joachim Ernst als Erbteil zugefallen.
Bei der erneuten Landesteilung wurde Lindau ein Stück des 1606 gebildeten Zerbster Fürstentums und kam nach dem Ende desselben 1797 bei einer nochmaligen Teilung an Köthen.
Nach dem Tode des letzten Köthener Herzogs im Jahre 1847 wurde das Amt unter Dessauer Verwaltung gestellt und ging 1863 in Gesamtanhalt auf.
Zu den Kirchspielen des Amtes gehörten Lindau, Deetz, Nedlitz, Grimme und Strinum.
Während der Hauptteil 1797 an Köthen fiel, kamen Nedlitz und das ganze Kirchspiel Grimme schon damals zu Dessau.
Den Auftakt zur Einführung der Reformation gaben die Kirchenvisitationen, die Hofprediger Hausmann aus Dessau 1534 abhielt in den Gemeinden des Amtes, das dem 1545 neugebildeten Superintendenturbezirk Zerbst unterstellt wurde.
Die 1596 beginnende Hinwendung zum Reformiertentum hat im Amt keinen Widerstand gefunden.
Dagegen brachte die seit 1644 von Fürst Johann von Zerbst betriebene Rückkehr zum Luthertum große Unruhe über die Gemeinden des Amtes, da der als Lutheraner nach Deetz versetzte Pastor Böhme sich auch in Lindau und Dobritz eindrängte.
Doch gewann das Luthertum bald das Übergewicht, da bis 1662 wieder alle Kanzeln mit Lutheranern besetzt waren in den Kirchen des Amtes.
Da Lindau später zum größten Teil Köthenscher Besitz wurde, konnte die Union beider Konfessionen hier wie in allen ehemals köthenschen Landesteilen in Kraft treten nach dem dafür geschaffenen Kirchengesetz vom 29. Januar 1880.