trinitatisAuf Grund des Religionsvertrages vom 27.9.1679 zwischen den Reformierten und Lutheranern wurde den letzteren die Erlaubnis zum Bau einer eigenen Kirche (St. Trinitatis) gegeben. Der Pastor war bis 1798 zugleich Professor am Gesamtgymnasium. Das Besetzungsrecht übte der lutherische Teil des Zerbster Rates aus, 1825-82 das gesamte Ratskollegium. Auf dem Grund des früheren Diakonates wurde das jetzige Pfarrhaus 1954-57 erbaut, das den Namen Martin-Luther-Haus erhielt. Bei Begründung der Gemeinde wurden ein Pastor und ein Diakonus angestellt. Die Stelle des Letzteren ist seit 1918 vakant. Der Pastor verwaltet seit 1943 mit das Pfarramt von St. Nikolai. Seit 1953 mit der Kirchengemeinde von St. Nikolai vereinigt. Seit 1976 hat die vereinigte Kirchengemeinde 2 Pfarrstellen, seit den 1990er Jahren eine. Direkt neben der Nikolaikirche ließ Fürst Karl-Wilhelm von Anhalt 1683-96 diese Kirche für die lutherische Gemeinde errichten. Es ist ein Zentralbau mit gleicharmigem Kreuz als Grundriss von C. Ryckwaert, vollendet von G. Simonetti, im Stil des niederländischen Barock; nur an den Portalen und den Risalitgiebeln plastischer Schmuck. 1945 wurde die Kirche bis auf die Umfassungsmauern zerstört. 1951-66 erfolgte der Wiederaufbau des Äußeren. Innen ist die große Altarschauwand von Simonetti rekonstruiert, die Gemälde "Kreuzigung" und "Abendmahl" 1984 von M. Emig ergänzt. Die heutige Ausstattung wurde aus verschiedenen Kirchen hierher überführt: das barocke Orgelprospekt stammt aus Schmalkalden (die Orgel von 1961 ist die größte zwischen Wittenberg und Magdeburg), im Südteil die Kanzel aus Sangerhausen (Anfang 17. Jh.), der romanische Taufstein kommt aus Bergwitz, im nördlichen Teil steht der Taufaltar aus Schleid mit dem Dessauer Gemälde "Christus und die vier Sünder" von Rubens (um 1800 ergänzt), daneben Barockkanzel aus Werchau (1750).

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